Fürnried, Gemeinde Birgland

Entwicklungsziel: „Profilierung als Tourismusregion unter besonderer Berücksichtigung der naturräumlichen und kulturellen Potentiale“

Handlungsziel: „Inwertsetzung und Vernetzung von fünf regionalen kulturellen Besonderheit“

Projektträger: Kirchengemeinde Fürnried

Förderhöhe: 60%

Johann Flierl (*16. April 1858 in Buchhof bei Fürnried, heute Gemeinde Birgland; +30. September 1947 in Neuendettelsau) war der erste evangelisch-lutherische Missionar in Neuguinea und ist dort bis heute der bekannteste deutsche Missionar. Johann Flierl gründete 1886 eine Missionsstation in Simbang bei Finschhafen und blieb bis 1930 in Neuguinea. Bis zu diesem Zeitpunkt entstanden 18 Missionsstationen und 25.000 Christen wurden getauft. Heute ist die evangelisch-lutherische Kirche von Papua-Neuguinea mit rund 1 Million Mitgliedern die größte lutherische Kirche im pazifischen Raum. Trotz dieser bedeutenden Persönlichkeit und seiner Gegenwart in der Gemeinde Birgland gerät er immer mehr in Vergessenheit. In der Gemeinde Birgland gibt es noch viele Orte, die an ihn erinnern: das barocke Pfarrhaus, in dem er am 18. April 1858 getauft wurde; das ehemalige Schulhaus, in dem er seinen Entschluss fasste in die Mission zu gehen; die St. Willibaldkirche, in der er am Palmsonntag 1871 konfirmiert wurde sowie eine Tafel an der Friedhofsmauer, die zu seinen Ehren angebracht wurde. Sein Elternhaus in Buchhof steht noch fast unverändert. Davor befindet sich eine Gedenktafel mit der Aufschrift: „Hier bin ich. Sende mich. Jesaia 6,8. Johann Flierl zum Gedächtnis“. Darüber hinaus gibt es einige sakrale Gegenstände: z.B. gestiftete Abendmahlkaraffen; einen alten, restaurierten Klingelbeutel sowie ein alter Taufstein oder ein Kreuz aus der St. Johanniskapelle Thannlohe. Diese schlummern ungenutzt in Schränken oder auf dem Dachboden des Pfarrhauses. Mit dem geplanten Projekt möchte man Johann Flierl als Sohn der Gemeinde Birgland und sein missionarisches Wirken in Neuguinea, das ehemalige Schulhaus in Fürnried sowie alte sakrale Gegenstände aus der Geschichte der Kirche St. Willibald als Simultankirche in Wert setzen. Es ist vorgesehen im ersten Stock des evangelisch-lutherischen Gemeindehauses, dem ehemaligen Schulhaus von Flierl, eine Dauerausstellung über den Missionar Johann Flierl zu errichten. Ein Teil der Ausstellung widmet sich dabei seinem Leben und seiner Arbeit, der andere Teil bezieht sich auf das Land Papua Neuguinea in dem er gewirkt hat. Neben Gruppenführungen durch das Museum soll es Lesungen von seinen Nachfahren geben sowie geführte Wanderungen von seinem Geburtshaus in Buchhof zum Museum (ca. 2,5km). Eine Gruppe Ehrenamtlicher hat sich bereits formiert um das Museum regelmäßig (zweimal wöchentlich) zu öffnen.

Gesamtkosten (geplant): 177.515,98 €